Plenarsaalrede zur humanitären Lage im Gazastreifen

In meiner aktuellen Plenarsaalrede lenke ich den Blick auf die dramatische humanitäre Lage im Gazastreifen. Während mehr als 20.000 Menschen – darunter unzählige Kinder, Frauen und Männer mit schwersten Verletzungen – dringend auf operative Hilfe warten, steht längst fest: Die medizinischen Kapazitäten vor Ort sind trotz aller Zerstörung vorhanden. Was fehlt, sind grundlegende medizinische Güter wie Antibiotika, Implantate und Röntgentechnik. Diese lebensrettenden Materialien befinden sich direkt an den Grenzen Gazas, werden aber aufgrund ihres sogenannten Dual-Use-Charakters blockiert.

Ich mache deutlich: Die Freigabe dieser Hilfsgüter ist kein Akt der Nächstenliebe, sondern eine dringende Notwendigkeit, um unnötiges menschliches Leid zu verhindern. Zugleich würde eine medizinische Versorgung vor Ort eine Welle verzweifelter, medizinisch begründeter Migration nach Europa verhindern – mit allen Herausforderungen, die dies für betroffene Menschen und aufnehmende Länder bedeutet.

Als Arzt und Abgeordneter fordere ich die Europäische Kommission nachdrücklich auf, politischen Einfluss geltend zu machen und sich für die Aufhebung dieser Blockade einzusetzen. Es ist unsere moralische Verpflichtung, alles zu tun, um Kinder und Erwachsene vor Amputationen und lebenslangem Leid zu bewahren.