Dieses Mal melde ich mich nicht aus Brüssel oder Straßburg, sondern von der Ostsee. Vom 21. bis 30. Juli 2025 war ich mit meinem Team unterwegs auf dem Wasser – nicht im Sitzungssaal, sondern auf einem Segelboot und mitten unter den Menschen. Unsere europapolitische Informationstour „Abrüstung ahoi“ führte uns durch die Häfen von Usedom, Greifswald, Rügen bis nach Stralsund, begleitet von anregenden Diskussionen, spannenden Begegnungen und einer klaren politischen Botschaft: Für Abrüstung und eine soziale, friedensorientierte Europapolitik.
Zwischenstopp am Meer – Politik im offenen Gespräch
An sechs Stationen entlang der Ostsee – vom Karlshagener Hafen über Lassan und Greifswald, Sassnitz und Lauterbach bis zum Abschluss in Stralsund – haben wir den direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern, aber auch mit zahlreichen Touristen gesucht. Das Format: offen, einladend, draußen, Fragen erwünscht, ehrliche Antworten garantiert. Getränke und Imbiss – und viel Lust auf das Gespräch.
Krisen, Kriege, Kürzungen – Sorgen, die die Menschen bewegen
Die Stimmung vor Ort zeigte deutlich: Die größte Sorge bleibt der Frieden in Europa. Der Krieg in der Ukraine und die Sprache der Aufrüstung in Brüssel bereitet vielen Menschen Angst. Besonders erschütternd fand ich die Gespräche mit jungen Beschäftigten aus dem Sozialbereich auf Rügen, die konkret um ihre Arbeitsplätze bangen. Sie ahnen, dass der Etat für Soziales schrumpfen wird, wenn Milliarden für Panzer und Waffen ausgegeben werden. Für viele wurde klar: Aufrüstung bedeutet am Ende sozialen Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Frieden und soziale Gerechtigkeit sind untrennbar verbunden.
LNG-Terminal Sassnitz – ein Musterbeispiel verfehlter Politik
Ein eindrucksvolles Bild bot sich uns in Sassnitz, vor der Kulisse der Rügener Westbucht: Das neue LNG-Terminal – ein politisch motiviertes, wirtschaftlich zweifelhaftes und ökologisch katastrophales Großprojekt. Viele engagierte Menschen vor Ort haben hier Widerstand geleistet, doch bisher leider ohne Erfolg. Meine Solidarität ist zugesichert, diesen Kahlschlag nicht kampflos hinzunehmen.
10 Tage – 300 Seemeilen – unzählige persönliche Begegnungen
Rund 60 Stunden auf dem Wasser, 300 Seemeilen, unzählige Gespräche, offene Ohren für die Sorgen und Hoffnungen der Menschen vor Ort: Das war meine persönliche europapolitische Sommertour 2025. Mein Eindruck: Die Menschen wollen gehört werden. Sie wünschen sich eine EU, die wieder für Diplomatie, soziale Sicherheit und Frieden steht – und nicht für Aufrüstung und Spaltung.
Mein Dank und mein Appell
Ein großes Dankeschön gilt meiner Crew, den vielen Helfern in den Häfen und allen, die das offene Gespräch gesucht haben. Es war eine intensive und lehrreiche Zeit, die uns gezeigt hat, wie wichtig es ist, Politik nicht nur vorzulesen, sondern zuzuhören. Wir bleiben aufmerksam, wir bleiben dran – für ein Europa, das auf Kooperation setzt, nicht auf Konfrontation.
Ahoi – und Glück auf!